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Auch wenn es mich immer wieder erstaunt, höre ich die Frage öfter, warum glücklich sein denn so wichtig ist. Manchmal mit etwas zweifelndem Unterton: „Man hat doch nicht immer Glück! Muss ja auch ohne gehen.“

Geht es. Ob es auch ohne gehen muss, entscheidet jeder selbst. Mit entsprechenden Unterschieden und ganz anderen Auswirkungen.

Hier ist jenes Glück gemeint, dass wir ganz tief innen empfinden. Begleitet von strahlendem Lächeln, tiefer Zufriedenheit und innerem Glücksgefühl. Dann spüren Sie, warum glücklich sein so wichtig ist. Nichts unterstützt Sie mehr und stärkt Sie wirksamer von innen her als starke Glücksgefühle! Glücklich gesund.

Vielleicht ist das auch eine Definitionsfrage. Vielfach ist offenbar das Glück wie beim Losgewinn gemeint. „Naja, Glück hat man oder man hat es eben nicht.“ So nach dem Motto: „Wenn du Glück hast, kann dein Pferd im Rennen auch rückwärts laufen.“

Dieses passive, ‚unverdiente‘ Glück meine ich nicht.

Vor Glück bersten

Kennen Sie das auch? Sie bekommen eine wunderschöne Nachricht, die helle Freude in Ihnen auslöst.

Ihre Kinder kommen überraschend zu Besuch. Der geliebte Mensch an Ihrer Seite nimmt Sie zärtlich in die Arme und sagt Ihnen, dass er Sie von ganzem Herzen liebt und Sie niemals mehr missen möchte. Einfach so, ohne einen bestimmten Anlass.

Oder Sie bekommen die Nachricht, dass Sie wieder gesund sind. Etwas Schweres überlebt haben. Ihre Freunde gestalten ein Fest extra für Sie. Dann spüren Sie am ganzen Körper, warum glücklich sein so wichtig ist.

Sie könnten „Bäume ausreißen vor Glück“. Auch wenn Sie das nie täten, weil Sie die Bäume dazu viel zu sehr lieben. Sie könnten „vor lauter Glück die ganze Welt umarmen“.

Diese Sprüche stehen für die enorme Kraft, die Menschen fühlen, wenn sie „von Herzen“ glücklich sind.

Glücklich gesund

Das heißt nicht etwa, dass Sie nur, wenn Sie viel Glück haben, gesund sein können.

Es heißt aber wohl, dass Sie, wenn Sie oft glücklich sind, sehr gesund sein können.

Finden Sie selbst heraus, wo der Unterschied liegt?

Es ist die eine Sache, Glück zu haben. Dieses Glück ist oft gemeint, wenn wir sagen: Wir haben „Schwein“ gehabt. Es ist uns etwas „in den Schoß gefallen“. Sozusagen unverdientes Glück.

Was wir „haben“, können wir auch wieder verlieren. Viele jubeln beim Lottogewinn, dennoch konnten viele daraus kein dauerhaftes Glück „machen“.

Es ist eine ganz andere Sache, glücklich und dadurch gesund zu sein. In sich zu ruhen und sich stark zu fühlen.

Es gibt so viele Gründe, die Ihnen vor Augen führen können, warum glücklich sein für Sie selbst so wichtig ist. Es gibt so viele Anlässe, glücklich zu sein. Nur – nehmen wir sie auch ausreichend wahr? Oder gehen sie so unter, wie viele andere Signale unseres Körpers? Dazu finden Sie am Schluss auch ein Erlebnis, das das verdeutlichen kann.

Zweimal Glück mit einer Klappe

Glück macht unabhängig. Gesundheit auch.

Also hat Glück auch immer mit Gesundheit zu tun? Ja, denn beides nehmen Sie und Ihr Körper inklusive des Gehirns ja in Ihnen wahr. Beide treten besonders oft gemeinsam auf. Und machen sich beide sehr positiv in Ihrem Inneren bemerkbar.

Glücklich sein will jeder. Gesund sein auch. Glücklich sein ist also wichtig. Gesund sein auch.

Was können Sie dafür tun, dass Sie beides sind?

Gesundheit können wir nicht haben. Wir können sie jedoch pflegen, kontrollieren, fördern und fordern, respektieren und trainieren, um sich dann genüsslich so richtig … gesund zu fühlen. Gewappnet für alle Lebenslagen.

Für Glück gilt das Gleiche. Sie fühlen Ihr Glück und nehmen wahr, wie wichtig es für Sie ist, glücklich zu sein. Manchmal sind Sie auf stille Weise glücklich, genießen es einfach. Manchmal jubelt Ihr Glück ganz laut. Sie fühlen sich stark und unterstützt.

Nichts kann Ihnen dann so recht etwas anhaben.

Probleme? Mag sein, kriege ich hin. Klappte doch sonst auch schon so vieles.

Unglücklich? Was, wenn ich mir dann bewusst mache, wie glücklich ich doch in ganz vieler Hinsicht bin?

Und schon haben Sie den 3. Teilnehmer im Team: Die Dankbarkeit.

Das ist ja soo anstrengend…

Ich brauchte nur das Wort „gesund“ auszusprechen, dann konnte ich in manchen Gruppen schnell die nach unten zuckenden Mundwinkel sehen: ‚Boah wie anstrengend. Jetzt fängt sie bestimmt gleich mit Sport und Training und so an.‘

Ich höre die Gedanken manchmal förmlich und muss oft grinsen.

Bei dem Wort „glücklich“ passiert das nicht.

Und doch betreffen beide Worte Ihre Lebenskraft. Ihren Lebenssinn. Ihre Lebensfreude.

Sind also wirklich wichtig, oder?

Dieses innere Glück ist etwas, das Sie selbst steuern können. Sie können es zulassen, glücklich zu sein. Und immer wieder aufs Neue das Glück in sich wahrnehmen. Jeder bei sich, für sich, auf exakt seine eigene Weise.

Das macht selbstbewusst und …zufrieden friedlich.

Nur wie so oft im Leben – ein paar Bremsklötzchen liegen da schon immer im Weg herum…

Das Bremsklötzchen-Spiel

Wenn mich etwas nervt oder auch mal ein bisschen lästig ist, ich es aber einsehe, dass ich es im Grunde selbst brauche, dann spiele ich dieses Spiel.

Denn gerade das Anstrengende kann ja auch eine Herausforderung sein. Und ich liebe Herausforderungen.

Sie wollen etwas für Ihre Gesundheit tun, wenn es bloß nicht so regelmäßig sein müsste? Aber täglich? Immer? „Mensch, das ist doch so anstrengend.“ Oder: „Schon wieder, das ist doch langweilig.“ Bremsklötzchen eben. Noch dazu selbstgebaute. Die sind besonders gemein, weil schwer zu entdecken. Noch dazu, wenn wir sie „eigentlich“ nicht sehen wollen.

Stellen Sie sich jetzt doch einfach mal vor, jemand, der Ihnen wichtig ist oder war, vor dem Sie gut wirken wollen oder früher wirken wollten, schaut Ihnen zu bei Ihrem täglichen Minitraining. Jemand vielleicht, der schnell ein bisschen auf Sie herabsah? Das powert noch viel besser.

Von wegen „mauliges Weichei“

Plötzlich bemühen Sie sich um eine „gute Figur“, strecken sich mehr, führen die Übungen korrekter aus, die Hantel wird zum Fliegengewicht. Man hat ja schließlich auch Stolz!

Ehe Sie zugeben, dass das anstrengend ist, brechen Sie sich doch lieber den berühmten Zacken aus der Krone. Weil… naja, der oder diejenige sitzt ja da und schaut Ihnen zu. Mit einem spöttischen Grinsen im Gesicht: ‚Das schafft die (oder der) bestimmt nicht lange.‘

Ich weiß nicht, wie es Ihnen dann geht – ich habe dann so richtig Power im Körper und ein glückliches Grinsen im Gesicht, wenn ich mir vorstelle, wie ich damit sein Grinsen aus dem Gesicht wische. Spätestens dann weiß ich genau, warum glücklich sein so wichtig ist.

Auch solche Herausforderungen können zum glücklich sein führen, eben weil Sie sich ja beweisen, dass Sie sich selbst wichtig genug sind, um die Herausforderung anzunehmen und sie dadurch auch so richtig gut, glücklich und gesund bestehen!

Ist das nichts?

Dazu ein Erlebnis, welches mich tief berührt hat.

Glück ist dort, wo wir es zulassen

Ich lasse Glück nicht nur zu, ich suche es immer wieder aktiv. Auch bei und mit anderen Menschen. Deshalb liebe ich Parkbänke mit einem schönen Ausblick. Möglichst an einem See. Mit etwas Weite zum Schauen.

Was sich da häufig für wunderbare Gespräche ergeben! Wenn ich dann auf einer Bank sitze, lasse ich neben mir bewusst Raum.

Immer wieder fragen mich Menschen, ob da noch frei ist, ob sie sich setzen können. Immer gern. Schnell sind wir im Gespräch.

So wie an jenem Sommertag, der mir spontan zum „Glück“ einfällt.

Eine Frau mittleren Alters setzte zu mir. „Ach, tut Sitzen gut!“, seufzte sie erleichtert. „Waren Sie schon lange auf den Füßen?“ fragte ich anteilnehmend.

Sie nickte. „Ich bin grade meine Tochter besuchen. Sie wohnt jetzt hier und studiert. Da sehe ich sie nicht mehr so oft.“ Seufzer.

„Verstehen Sie sich gut?“

Sie strahlte auf: „Ja, wir sind fast wie Freundinnen, ich bin so glücklich, wenn ich sie wieder mal umarmen kann. Ich wohne ziemlich weit weg, da geht das nicht oft. Wenigstens ist meine Kleine nicht so weit weggezogen wie meine Große. Die arbeitet jetzt im Ausland. Sie verdient richtig gutes Geld. Und ist auch glücklich dort.“ Erneuter Seufzer.

‚Aha‘, dachte ich, als ihr Blick in die Ferne schweifte und traurig wurde.

„Ist das nicht das Wichtigste? Wenn es unseren Kindern gut geht? Und sie in ihrem Leben glücklich sind?“

„Ja,…ja natürlich. Klar. Das finde ich auch so wichtig. Nur…“

„Nur…?“, ich sah sie fragend an.

„Nur – ich bin ja nicht mehr die Jüngste, wissen Sie und die beiden sind doch mein Ein und Alles. Nur manchmal komme ich damit nicht so zurecht. Ja, sie melden sich immer oder schicken auch diese SMS mit Fotos dran.“

Ich konnte sie gut verstehen. Wir erleben das anders als unsere ‚Kinder‘, die dann ja meist schon lange keine Kinder mehr sind. Hängt auch mit der verbleibenden Restzeit zusammen. Auch, aber nicht nur.

Verstehen öffnet für Gefühle

„Warum sind Sie dann so traurig?“

„Weil ich, glaube ich, da was falsch mache, wenn ich darauf antworte. Manchmal kommt dann keine Reaktion und es ist wieder länger Pause. Ich trau mich schon kaum noch zu antworten.“ Unter der Sonnenbrille kullerte eine Träne hervor.

Ich berührte ganz leicht ihren Unterarm. Nur verstehend und mitfühlend.

„Wann passiert das?“

„Ach, ich muss ja doch etwas dazu sagen, so wie früher. Und da habe ich eben geschrieben, wie ich das neue Kleid oder die Stadt auf den Fotos fand. Aber irgendwie kam das wohl nicht gut an….“

Ich lachte fröhlich auf: „Willkommen im Club! Exakt das hab ich auch falsch gemacht.“

„Echt jetzt? Das beruhigt mich aber!“, auch sie lächelte jetzt. „Und was haben Sie da gemacht?“

Gemeinsam aus Fehlern lernen

„Ich habe den „Kommentier-Bär“ rausgeholt. Das ist der Kumpel vom „Erklär-Bären“, der ist ja geläufiger. Auch ich dachte, das ich damit doch mein Interesse zeige. Ich lernte dann durch ein Erlebnis, dass niemand eine Erklärung will, noch einen Kommentar, wenn er einfach nur teilhaben lassen möchte.“

Ich begann zu erzählen: „Ich erinnere mich noch genau. Ich war auf der Morgenvisite, hundemüde und abgespannt vom langen Nachtdienst. Lächeln Fehlanzeige.

Eine chinesische Patientin sah mich freundlich lächelnd an.

„Lächeln Sie immer?“, fragte ich sie fast ein bisschen neidvoll.

Sie nickte und sagte leise: „Bei uns heißt es: In ein Haus, in dem gelächelt wird, tritt man gerne ein. Das gilt nicht nur für Häuser.“

Glück öffnet leise…

„Immer lächeln… ?“, nachdenklich sah ich sie an.

Sie strahlte eine tiefe Ruhe aus, als sie lächelnd weitersprach:

Was Sie nicht mit einem Lächeln sagen können, lohnt es meist nicht, gesagt zu werden. Es kann dann scharfe Kanten haben, an denen sich andere schneiden können. Glück muss man zulassen und hereinbitten, wenn es eintreten soll.

„Ich habe mich richtig geschämt, schließlich war sie die Patientin, die ich meinen „scharfen Kanten“ ausgesetzt hatte! Darüber ich habe viel nachgedacht und mich verändert. Den Satz immer im Kopf. Bis ich selbst merkte, dass ich viel mehr verstand und einfach… glücklicher war. Das Glück lässt mich lächeln. Und jetzt gebe ich den Satz an Sie weiter.“

Die Frau sah mich mit großen Augen an, in denen die Glückstränen tiefen Berührt-seins standen.

„Wow, was für eine Weisheit.“ Sie atmete tief durch. „‚Glück muss man zulassen und hereinbitten, wenn es eintreten soll‘. Ihre Patientin hat sooo recht.“

…und wirkt immer!

Sie schaute mich ruhig an. „Wissen Sie was? Ich habe schon so viele Ratschläge und Tipps gehört, die mir gar nicht geholfen haben. Diese Worte sind wie eine Öffnung, da kann ich durch. Ein Hoffnungsschimmer wie ein Lichtstrahl. Danke.“ Sie reichte mir die Hand.

Ich nahm sie und legte meine darauf.

„Sind Sie so lieb und geben sie der nächsten Mutter, dem nächsten Vater weiter, die vielleicht auch, so wie Sie es aus Ihrem Grund waren, unglücklich sind? So können wir vielleicht alle einander manches etwas erleichtern und uns gegenseitig etwas glücklicher machen.“

Sie nickte eifrig und lächelte: „Was für ein schöner Gedanke. Ja, das mache ich!“ Weit beschwingter als sie kam, ging sie davon. Auch das ist ein glücklicher Moment für mich.

Glück muss man zulassen…

…dann wirkt es auch.

Mitunter ist das Zulassen gar nicht so einfach. Vielleicht sind ein paar „Bremsklötzchen“ im Weg, die Sie nicht sehen, aber spüren, dass sie da sind?

Da kann es sehr hilfreich und fair sich selbst gegenüber sein, sich eine zweite Sicht auf Ihr Glück zu gönnen.

Vier Augen sehen mehr, vier Ohren hören mehr und Glück fühlt sich immer wieder anders an und immer schön.

Ich gebe Ihnen meine Erfahrung und Sie nutzen sie für Ihr Glück.

So spüren, wissen und erfahren Sie immer wieder und wieder selbst „am eigenen Leib“, warum glücklich sein so wichtig ist.

Und das wirkt immer positiv belebend. Und lang anhaltend ist es auch.